Pflegehinweise zu Notebook- und Handy-Akkus
In so gut wie allen Notebooks und Handys werden Lithium-Ionen-Akkus (Li-Ion) genutzt. Auch diese haben, entgegen anderer Werbeaussagen, die bekannten Probleme wie Selbstentladung, Tiefentladung und Memory-Effekte.
Mit den folgenden Hinweise und Empfehlungen können Sie die Lebensdauer Ihres Akku spürbar verlängern. Aus eigener Erfahrung hat ein relativ selten genutzter Akku auch nach 3 Jahren noch eine Laufzeit von deutlich über zwei Stunden im mobilen Betrieb.
Allgemeinwissen
Ein Lithium-Ionen-Akku erreicht seine maximale Laufdauer bei Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad Celsius Betriebstemperatur. Temperaturen darunter oder darüber verkürzen die Laufzeit wesentlich.
Auch wenn ein Akku im geladenen Zustand längere Zeit unbenutzt bleibt, ist der chemische Prozess innerhalb einer Akkuzelle weiterhin aktiv und beeinflusst die elektrischen Eigenschaften der Zelle negativ. Diese so genannte Selbstentladung bewirkt, dass innerhalb weniger Wochen beziehungsweise Monate eine "volle" Akkuzelle einen Teil ihrer elektrischen Kapazität verliert. Bei Lithium-Ionen-Akkus liegt die Selbstentladung pro Monat je nach Umgebungsbedingungen bei fünf bis zehn Prozent.
Praxistipps zur Pflege von Notebook-Akkus
- Ein neuer Li-Ion Akku sollte die ersten fünf Einsätze vollständig (für mindestens 3 Stunden) aufgeladen und anschließend durch Nutzung (ohne Netzstrom) wieder entladen werden. Nur so erreicht ein neuer Akku die volle Leistung. Je nach Modell beträgt die übliche Ladezeit für ein Li-Ion Akku anschließend 1-3 Stunden.
- Bei Arbeiten im Büro (mit oder ohne Docking-Station) sollte der Akku herausgenommen werden und der Betrieb des Notebooks ausschließlich über Netzstrom erfolgen. Die Lagerung erfolgt am besten bei etwa 50-75 Prozent der Akku-Gesamtkapazität in einer Umgebungstemperatur zwischen 5° bis 20° C, also zum Beispiel in einer Schreibtischschublade oder sogar im Kühlschrank (aber keinesfalls auf einer sonnigen Fensterbank). Nach etwa drei Monaten ohne Akkunutzung sollte ein Akku nachgeladen werden, um eine sogenannte Tiefenentladung zu vermeiden.
- Kurz vor dem geplanten Einsatz des Akkus sollten Sie diesen noch einmal zu 100 Prozent aufladen, wenn Sie die maximal mögliche Laufzeit benötigen. Die Anzahl der Akku-Ladungen ist dabei auf etwa 300 bis 500 Zyklen beschränkt bevor eine deutliche Leistungsabschwächung festzustellen ist.
- Ein Notebook erzeugt enorme Wärme im Inneren des Gehäuses und belastet somit die Lauf- und Lebensdauer des Akkus erheblich. Achten Sie daher darauf, dass das Notebook immer von allen Seiten gut mit kühler Luft versorgt wird (möglichst auch von unten, also nur auf glatten Oberflächen und möglichst nicht auf den eigenen Beinen verwenden).
- Nutzen Sie die Energiesparoptionen des Notebooks im Akkubetrieb. Diese sind bei Auslieferung in der Regel bereits korrekt eingestellt. Insbesondere eine reduzierte Monitorhelligkeit und die Abschaltung nicht benötigter Komponenten wie WLAN, Bluetooth oder per USB angeschlossene Zusatzgeräte erhöhen die Laufzeit deutlich. Wählen Sie die passende Einstellung in Windows durch Doppelklick auf das Batteriesymbol neben der Uhrzeit in der Taskleiste.
Der typische Fehler
Aus "Bequemlichkeit" werden Notebooks häufig mit Netzstrom und eingelegtem Akku genutzt. Dadurch kommt es zu ständigen Lade- und Entladevorgängen. Legt man etwa bei Notebooks pro Arbeitstag zwei vollständige Lade- und Entladezyklen zwischen 10 und 100 Prozent der Gesamtkapazität zu Grunde, so erreicht der Akku pro Jahr bei durchschnittlich 200 Arbeitstagen bis zu 400 Ladezyklen . Damit ist das Ende der Lebensdauer nahezu erreicht, ohne dass die anderen Parameter wie Temperatur, Belastung oder "Miniladezyklen" berücksichtigt wurden. Ein neuer Marken-Akku kostet anschließend zwischen 100 und 200 EUR.
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